10 Kommentare

  1. Hallo!
    Bin über verschiedene Links aus anderen Alt-Auto Blogs hier gelandet, wieder was tolles zum Lesen entdeckt.
    Also als Altauto-Fahrer, Selbstschrauber und jemand der sowohl ziemlich alltägliches als auch ziemlich seltenes fährt / gefahren ist, kann ich sagen, dass das Finden einer kompetenten und willigen Werkstatt ziemlich viel mit Glück zu tun hat.
    Die „Glastempel“ können meist nichts, wenns was älter wird (bin vor ein paar Jahren mit einem Audi Typ43 avant auf den Hof eines Audipartners bei uns in der Stadt gefahren, innerhalb von 5 Minuten war das Fahrzeug umringt von Mitarbeitern von denen die sich alle fragten was das denn für ein Auto sei), sehr gute Erfahrung habe ich bei den Engländern gemacht. Wir haben in der Stadt einen Landrover Händler, der schon seit Ewigkeiten auch MG/Rover Partner war als es sie noch gab. Der ist super, gibt sich Mühe bei Diagnosen und beim Auftreiben von Teilen sowohl bei meinem MG ZT-T von 2004 als auch bei meiner TVR Chimaera (mit V8 Motor von Rover). Bei dem hoffe ich, dass es ihn noch lange gibt (Autohaus Krumey&Gilles in Mülheim an der Ruhr).
    Wenn was kaputt ist, versuche ich es selbst zu machen, nur im absoluten Notfall gebe ich Reparaturen weg. Weil meist sind sie teurer, langwieriger oder beides, als vorher veranschlagt „Weil ist ja schon alt, das Auto“.
    Und wenn so ein Youngtimer einmal durchgeschraubt ist, geht auch wieder lange nichts mehr kaputt.

    1. Author

      Danke für das Lob und für die Meinung und Einschätzung! Deine beiden Engländer sind zweifelsohne sehr seltene Kandidaten für eine Werkstatt. Ärger ist vorprogrammiert. Umso besser zu lesen, dass eine Werkstatt vor Ort sich der Fahrzeuge würdig annehmen kann. Das mit einem durchgeschraubten Youngtimer kann ich bestätigen. Für die meisten sind leider die investierten Kosten eben in keiner Relation zum Zeitwert des Wagens. Da hilft einfach nur selbst machen. In der „Youngtimer“ Zeitschrift gibt es momentan eine Serie, wo Menschen ohne „Vernunft“ ein Fahrzeug komplett restauriert haben ohne, dass der Wert das rechtfertigen würde. Davor habe ich Respekt und ich würde es jederzeit auch genauso machen.

  2. Das Gesamtbild kann ich bestätigen. Ist eine Mischung aus „tauschen statt reparieren“ und „ist halt alt/selten, da kennen wir uns nicht aus“. Das letzte Mal, dass ich positiv überrascht wurde, ist jedenfalls so lange her, dass ich mich spontan nicht daran erinnern kann.

    Meist habe ich daher nur noch bei Ersatzteilbestellungen mit Werkstätten zu tun. Und selbst damit sind schon viele so überfordert, dass man die Bestellnummern vorher selber rausgesucht haben sollte, will man am Ende das richtige Teil in den Händen halten.

    Vier recht unterschiedliche Anekdoten dazu:
    Bei Toyota Ikemeyer in Paderborn musste ich den Mitarbeiter erst einmal davon überzeugen, dass Toyota das betreffende (JDM-)Modell überhaupt hergestellt hat. Einen Teilekatalog gibt’s aber trotzdem nicht. Gut, wenn man also die Teilenummern schon rausgesucht hat. Schlecht, wenn man sie bestätigt wissen möchte oder sie gar nicht im deutschen Warenwirtschaftssystem eingepflegt sind. Der Mitarbeiter war aber so hilfsbereit sich mit der Toyota-Deutschland-Zentrale in Köln in Verbindung zu setzen und sie dort nachtragen zu lassen. Kaum eine Woche später konnten die Ersatzteile auch bestellt werden. Die Lieferung aus Japan war zügig und kostenfrei.

    Ford Hempel in Braunschweig hingegen wollte mir für ein 7 Euro Ersatzteil, das aus UK kam, ernsthaft 8 Euro Versandkosten berechnen. Wohlgemerkt nicht bei der Bestellung (wäre ja schon schlimm genug), sondern erst bei der Abholung.

    Dem Mitarbeiter bei Jeep Maring in Braunschweig musste ich erst einmal erklären, dass die Marke Jeep knapp 20 Jahre lang zu American Motors gehörte und sogar lange darüber hinaus deren Motoren verwendete. Ersatzteile gab’s trotzdem nicht, da er die alten Teilenummern nicht auf neue Nummern von Fiat Chrysler umschlüsseln konnte.

    Sehr gute Erfahrungen hingegen mache ich immer wieder mit Volvo Markötter in Paderborn. Die nehmen sich regelmäßig Zeit (selbst wenn ich nur ein 5-Euro-Teil bestelle) und haben auch noch Zugriff auf Teilekataloge aus den ’80ern. Vorauskasse gibt’s nur bei Ersatzteilen, die extra bei Volvo Classic Parts bestellt werden müssen und aus Schweden geliefert werden.

    1. Author

      Vielen Dank für die ausführliche Berichterstattung zum Thema Ersatzteilbeschaffung. Die Kommentare zum Beitrag bei Facebook spiegeln ein ähnliches Bild, wenn ich das mal so zusammenfassen darf. Viele haben den einen (Vertrags-) Händler, der mit Herzblut bei der Sache ist. Einige kommen in den Genuss eines privaten Schraubers, der allein aufgrund der persönlichen Beziehung zum Altblechbesitzer gute Arbeit leistet. Die Mehrheit scheint einfach nur gefrustet zu sein.

      Mir ist allerdings auch noch ein Positivbeispiel zu Ersatzteilbeschaffung eingefallen, ähnlich wie bei Volvo Markötter: Autohaus Block am Ring in Hildesheim (BMW / Mini Bude). Die nehmen sogar telefonisch oder per Mail Bestellungen entgegen und verschicken die Teile auch gegen übliche Versandkosten.

  3. Wenn du nochmal Richtung Stricker unterwegs bist, fahr eine Straße weiter. Direkt dahinter ist Sigges. Auch nicht billig, aber vermutlich lassen die eher mit sich reden, wenn es um Dinge wie schweißen statt Neuteil geht. Und zum Flexrohr: ja, kann man schweißen, aber wenn man es richtig machen will muss das Teil raus, dann wäre der Bolzen auch hops gegangen. Gespart hätte man die 550 für das Neuteil (-Flexrohr -einbraten). Und unter der Vorgabe, dass die Garantie auf die Reparatur geben müssen, kann ich verstehen dass sie ein Neuteil nehmen. Weil mal ehrlich: richtig geil wird das nur mit Flexrohr umschweißen nie, zumindest meine Erfahrung mit zwei Versuchen.

    1. Author

      Mich stört weniger, dass manche Werkstätten vorsichtig sind. Mehr stört es, dass absolut keiner mehr die Eier hat, mal kreativ zu denken im Sinne des Kunden. Die übertriebene Vorsicht bei der Gewährleistung habe ich auch schon anders erlebt. Es fehlt einfach das Herzblut…der eine Meister in der Werkstatt, der noch was wagt. Ausgestorben. Leider.
      Flexrohre habe ich schon dauerhaft schweißen lassen. Aber richtig ist, altes raustrennen und neu einbraten ist immer am besten.

  4. In meiner Region gibt es keine einzige Werkstatt, die ich empfehlen könnte. Jeder Besuch wird zu einem Kampf. Wären das Ärzte, würden bei der Arbeitsweise jeden Tag Leute sterben. Zum Kotzen, wenn Ihr mich fragt.

  5. Und noch was. Ich verzichte deshalb nicht auf meinen Wagen. Da knicken dann andere ein und leasen sich einen Golf.

  6. Mir bleibt nur, das zu bestätigen. Ich kann mit meinem 20 Jahre alten Lexus nirgendwo mehr hingehen. Keiner wills, keine kanns, keiner machts. Nicht mal die vielen Toyota Häuser in der Gegend. Wer kennt einen guten Spezialisten im Raum Hannover?

    1. Author

      Je komplexer ein Youngtimer wird (Elektronik, Steuergeräte), desto größer wird das Problem zukünftig mit der Inkompetenz bei einer Reparatur…oder auch nur beim notwendigen Fachwissen.

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