In großer Trauer und mit schwerem Herzen muss ich leider berichten, dass Rayman vor einigen Wochen infolge einer langwierigen Erkrankung verstorben ist.

Meine Freundschaft mit Rayman dauerte mittlerweile beinahe drei Jahrzehnte an, daher möchte ich ein wenig ausholen und zurückblicken. Es war im Sommer 1990: Die Mauer war gefallen, die Achtziger vorüber und im Fernsehen liefen „Das A-Team“ & „Star Trek – TNG“ in deutscher Erstausstrahlung. Außerdem wechselten Rayman und ich in die 5. Klasse und damit auch die Schule. Ich kannte keines der Kinder in meiner Klasse und fand in Rayman mit seinem fröhlichen und aufgeschlossenen Wesen dennoch schnell einen neuen Freund. Wir machten den gleichen Quatsch und merkten bald, dass wir irgendwie ähnlich tickten.
Er war es auch, der zunächst meine Begeisterung für Computerspielen und dann für die IT im Allgemeinen weckte, was letztlich meinen späteren beruflichen Werdegang prägen sollte.
Gemeinsam nahmen wir an „Jugend forscht“ teil und litten Seite an Seite im Latein-Unterricht. Noch Jahre später lachten wir darüber wie uns einmal im Winter wieder und wieder die Tinte einfror während wir versuchten in der Unterrichtspause den fehlenden Teil unserer Hausaufgaben aus dem Bello Gallico abzuschreiben.
Doch nicht nur die Schule, sondern auch die Begeisterung für Reisen und allerlei motorisierte Gefährte verband uns. Für immer in Erinnerung bleiben wird mir der Sommerurlaub 1997, den wir zu viert mit Freunden in Florida verbrachten. Zu Zeiten als man Hotels noch aus Katalogen buchte und gänzlich ohne Internet-Bewertungsportale auskommen musste, hatten wir es uns in den Kopf gesetzt auf eigene Faust die große weite Welt zu bereisen. Und so standen wir – nicht einmal volljährig – auf den Florida Keys und starrten hinaus auf’s Meer, wo wir versuchten am Horizont Kuba auszumachen. Wir aßen Alligator-Steaks in den Everglades und warteten früh morgens vor einem Motel nahe Orlando auf den „Sonic Boom“ des Space Shuttle Columbia, das gerade von der Mission STS-94 zur Erde zurückkehrte.
Auch ein Roadtrip nach Berlin, den wir in meinem Volvo unternahmen, um dort unsere Freundin Ute zu besuchen, gehört zu jenen Geschichten an die ich mich gelegentlich zurückerinnere und sodann ein wenig nostalgisch werde.
Bei der Teilnahme an der „Diesel & Dust Challenge“ nach Gambia kam Rayman mir – spontan wie er war – ein halbes Jahr zuvor. Im Nachhinein haben wir uns dann ein wenig darüber geärgert, die Rallye nicht zeitgleich unter die Räder genommen zu haben.

Und nun ist er schon wieder voraus gefahren – dieses Mal viel zu früh! Es hätte noch viele Jahre Zeit gehabt diese letzte große Reise anzutreten!

Mach’s gut, Rayman! Gute Reise und immer eine Handbreit Sprit im Tank!

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